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Kyotos "schönste" Straße und der kleine, einsame Tempel

Geschrieben von manekineko , 16 June 2016 · 1714 Aufrufe

Durch Internet- und Handyschwierigkeiten zum Ende unserer Reise hin, konnte ich leider den Blog nicht fortführen. Aber das hole ich jetzt einfach langsam nach. Denn es gab so viele tolle Sachen zu sehen und Vieles zu berichten, was ich euch nicht vorenthalten möchte.

Zum Beispiel haben wir diesmal Kiyomizu-dera links liegen lassen, um unseren Tagesausflug ein wenig ruhiger anzugehen. Zwar haben wir uns von japanischen Schulklassen und hauptsächlich koreanischen Touristen durch die Straße mit Verkaufsständen schieben lassen, was aber auch wegen der "verkleideten" Kimonoträgerinnen schon wieder nett war, aber den Tempel selbst haben wir nicht besucht. Ich persönlich finde, dass man den Tempel einmal gesehen haben muss. Um sich über die Aussicht zu freuen, die kichernden Mädchen am "Liebesstein" zu beobachten und das heilende Wasser zu trinken. Aber es ist eben auch viel Rummel. Der Tempel ist einer derer, die mir das Gefühl vermittelt haben, lieber noch einmal in der Golden Week vorbei zu kommen, wo man hauptsächlich von Japanern umgeben ist, die eben weniger auffallende Touristen sind. Naja, jedenfalls war es unglaublich voll vor dem Tempel und in der Straße, die hauptsächlich Souvenirs und hübschen Kitsch zu bieten hat. Trotzdem haben wir uns durchgekämpft, um schließlich die (angeblich) hübscheste Straße Kyotos zu erreichen. Oder zumindest die Straße, die noch am Ehesten an das alte Kyoto erinnert, mit ihren gepflegten Holzhäusern, kleinen Geschäften und ausgetretenen Steinstufen. Hier hatte sich dann die Menschenflut auch schon etwas ausgedünnt und je weiter man zum Fuß des Hügels kam, desto eher konnte man mal stehen bleiben und in Ruhe die pittoreske Umgebung genießen. Was ich erstaunlich finde: Selbst die Getränkeautomaten, die einem immer wieder in den Weg springen, können dieser Straße nicht ihren alten Charme nehmen. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber sie scheinen irgendwie ausgeblendet zu werden. Aber das mag vielleicht auch an mir liegen.

Wenn man diese Straße besucht, darf fast ein kleiner Gang durch den Ghibli-Shop nicht fehlen. Leider haben die Touristen wohl so Überhand genommen, dass der Totoro außerhalb des Ladens entfernt wurde. Diesmal also kein Selfie mit Totoro. Oder zumindest kein "Erinnerung zwei Jahre später am selben Ort" - Foto. Schade, aber dafür erwartet einen im Shop dann eine fast lebensgroße Version des Anime-Charakters, mit dem dann doch Fotos erlaubt sind. Aber eben keine Tuchfühlung mehr. Der Laden selbst ist wie alle Läden, die Ghibli-Sachen verkaufen: Hübsch und teuer. Angefangen von der Gießkanne, über Schürzen bis zu durchsichtigen Plastikpuzzeln sind viele schöne Dinge zu haben. Aber es hat eben alles seinen Preis. Was einen vielleicht tröstet: Man braucht nicht nach Schnäppchen in anderen Läden zu suchen, sondern kann seinen Herzenswunsch auch hier im Shop erfüllen. Denn Ghibli ist überall teuer. ;)

Unser treuer Reiseführer empfahl uns einen kleinen Tempel in der Nähe, der wohl wenig besucht wird. Kein Wunder, wenn man nur 5 Minuten vom großen Liebestempel entfernt steht. Wir wollten also dem kleinen "Underdog" einen Besuch abstatten und fühlten uns durch einen wunderschönen, alten Baum schon sehr einladend begrüßt. Was sich leider am Tor nicht fortgesetzt hat ... "Open again tomorrow". Jaaa, ab 17Uhr klappen in Japan die Tempel ihre Gehsteige hoch - wir sollten es auch später immer wieder mal lernen. Statt also den "Underdog" und seine wohl schönen Gärten zu besuchen, haben wir unterm knorrigen Baum noch die Abendsonne funkeln sehen und uns dann auf den Weg zur Bushaltestelle gemacht.
Es gab dann Verwirrung mit dem Busplan, sodass wir schließlich irgendwo in der Innenstadt gelandet sind und gleich noch in der winzigen Touristinfo gefragt haben, ob und wie man an Karten für die Meiko-Vorführungen kommt. Antwort: Direkt beim Theater. Also gut, das haben die Füße dann noch geschafft, aber anschließend musste dann ein Curry her.



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