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09.02.2013 Von Sapporo nach Keltern

Geschrieben von randy , 09 February 2013 · 1741 Aufrufe

Die Nacht hatte recht unruhig angefangen. Draussen tobte ein kleiner Schneesturm und vereinzelte Boen haben dann die Fensterdichtung überwunden und für Geräuschkulisse und Windstösse im Zimmer gesorgt. Aber irgendwann hat das dann auch nachgelassen und ich konnte noch ein paar Stunden schlummern.

Zwischen 3:00 und 4:00 sind dann draussen auf der Strasse die ersten Planierraupen unterwegs gewesen um den Schnee zur Seite zu schieben. Um 4:00 bin ich dann ins Bad und habe mich fertig gemacht und anschliessend meinen Koffer endgültig das Letzte Mal in Japan verschlossen.

Kurz nach 5:00 bin ich dann aufgebrochen und zum Bahnhof geschlurft - leider konnte ich die Rollen von meinem Koffer nur selten verwenden - meistens habe ich mit dem Koffer Schnee auf dem Gehweg verteilt.

Der Bahnhof war nur 2 Häuserblocks weg, also machbar. Im Gebäude kam dann eine Überraschung: Alle Fahrkartenautomaten standen auf "Out of Order" und kein Schalter war besetzt. Na ja - der erste Zug fährt ja erst um 6:00, also noch etwas Zeit bevor man in Panik verfällt. Um 5:30 gab es dann eine Ansage vom Band daß der Bahnhof um 5:45 regulär öffnet - und um 5:40 sind der Reihe nach auch wieder die Verkaufsautomaten angesprungen.

In der Zwischenzeit hatte ich einen Inuit kennengelernt, der extra als Künstler zum Schneefest angereist war und der sich dann an mich angehängt hat, weil er so bequemer zum Flughafen gefunden hat. Glücklicherweise stand unsere Bahn dann auch bald (vorzeitig!) auf den Gleisen und wir konnten uns schon mal ins Warme begeben und dann bei der 50 min Fahrt zuschauen wie draussen die weisse Landschaft immer heller wurde.

Am Flughafen mussten wir uns dann leider trennen da ich mit der JAL weiterflog und er eine Maschine der ANA gesucht hat. Die Stunde bis zum Abflug war dann auch recht ausgefüllt mit einchecken, Bodycheck und dann zum Flieger flitzen.

Das war dann auch der geräumigste Kurzstreckenflieger den ich je in meinem Leben gesehen hatte - und zudem bekam ich noch einen Sitz am Notausgang, also volle Beinfreiheit! Die paar Stunden nach Tokyo gab es Reiskekse und einen Tee - und für mich noch eine kleine Mütze Schlaf - und das war gut so!

In Tokyo angekommen wurde man dann gleich vom Einflugbereich wieder durch den Bodycheck und dann zur Passabfertigung gescheucht. Ich wollte eigentlich nochmal in die Läden vom Flughafen, aber so blieb mir nur der teurere interne Duty-Free-Bereich und ich habe mir wenigstens noch ein Frühstück zusammenstoppeln können.

Viel Zeit blieb dann auch hier nicht und man konnte die grosse Maschine für den Rückflug besteigen. Es war nicht ganz so komfortabel wie beim Hinflug, aber die Einrichtung war neuer als bisher gewohnt und die Sitzreihenabstände auch recht angenehm - also wirklich auch wieder eine nette Überraschung.

Leider hat es jetzt nicht mehr mit dem Schlafen geklappt - sobald es im Flugzeug verdunkelt wurde haben die anwesenden Kleinkinder ihre Wachphase begonnen und für die nötige musikalische Untermalung gesorgt. Dand des Bordkinos, zweier Mahlzeiten aus vielen kleinen interessanten Häppchen bestehend und einiger Spiele habe ich die über 11h aber dann auch überlebt.


In Frankfurt angekommen musste ich erst auf meinen Koffer warten und bis dahin war dann auch klar dass man den ersten Zug nicht bekommen wird - also eine Stunde warten. (Irgendwie war die Taktung in Japan besser...) Beim ICE Bahnhof habe ich mir dann Butterbrezeln zum Preis von 1,60 geholt - das war mein persönlicher Rekord und beim Norma dann was zu trinken.

Unten am Bahnsteig habe ich mir dann überlegt ob ich nochmal zu dem Laden hochgehen soll und denen die Brezeln um die Ohren schmeissen soll - die waren sowas von vertrocknet! Wer weiss wieviel Tage die da gelegen waren...

Ich hatte extra den Wagenstandsanzeiger studiert und mich an die Stelle gestellt an der der Wagen mit dem Bahn-comfort Bereich sein sollte - und wurde dann deutlich darauf hingewiesen das ich wieder in Deutschland bin und solche Pläne eigentlich getrost ignoriert werden können. Der ICE hielt ein ganzes Stück neben mir an, so dass ich erstmal an der ganzen 1. Klasse vorbeihecheln musste, um dann gerade noch rechtzeitig einsteigen zu können - schliesslich hält der Zug dort ja auch immer nur 3 min bevor er weiter muss. Immerhin fand ich einen bequemen Sitzplatz und abgesehen davon das mindestens immer 2 Leute im Wagon am lautstark telefonieren waren (In Japan undenkbar - da geht man aus dem Wagon für sowas und auch dort ist man nicht so laut!), verging die Zeit doch recht zügig.

In Karlsruhe am Bahnhof wurde ich dann schon erwartet und endlich ging es heim und dann auch gleich ins Bett - über 20h wach sein ist echt übel... Ich will wieder zurück - warum habe ich eigentlich nur 3 Wochen gemacht und nicht wieder 4? :(

Bilder zum Tag gibt es unter:



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